Dienstag, 13. Juli 2021

Der erschlichene Segen - 1. Mose 27

Paraschah Toldot: Kapitel 27
Bibeltext: 1. Mose 27

Berscheba: Die Regelung der letzten Dinge

Isaak spürte seinen Tod heraufziehen. Es war Zeit, die letzten Dinge zu regeln, bevor es nicht mehr möglich war. Ob ihm wohl klar war, dass Jakob den Segen  Abrahams weitertragen sollte?
Auf jeden Fall verstellt die Liebe der Eltern zum jeweils anderen Sohn den klaren Blick. 
Esau hatte seine Eltern durch die Wahl seiner Frauen sehr verärgert. Aber er war in der Lage köstliches Wildbret zu beschaffen. Das mochte der Patriarch. Jetzt, da seine letzte Stunde nahte, beschloss er nochmal ein solches Mahl zu genießen und Esau entsprechend zu segnen. 
Dumm nur, dass die Zeltwände keinen guten Schallschutz boten. Rebekka bekam dies mit und wollte ihrerseits ihren Lieblingssohn in die bessere Position bringen. Der Plan, den Vater zu betrügen war verwegen. Aber offenbar konnte der sich auf seinen Geruchs- und Tastsinn mehr verlassen, als auf seine Ohren. Er prüfte und merkte, dass etwas nicht stimmte. Kam aber nicht dahinter und so wurde der Segen aktiviert. 
Das, was für Esau übrig blieb, war nicht erbaulich. Das Leben ein ständiger Kampf unter der Herrschaft seines Bruders. 
Später musste Israel Rücksicht auf die Edomiter nehmen, weil sie verwandt waren. Sie durften sie nicht vernichten. 

Mordlust und Flucht

Dass für Esau nichts Gescheites mehr vom Segen übrig blieb führte zu Mord- und Rachegedanken. Gleich bei Isaaks Beerdigung sollte Jakob daneben gelegt werden. Und wieder ist die Initiative bei der Mutter. Sie bereitet die Flucht Jakobs vor, und erwirkt, dass Isaak ihm den offiziellen Auftrag gibt, fortzuziehen und eine Frau aus der weiteren Verwandtschaft Rebekkas zu suchen. Damit kam er auch unter dem Schutz des Patriarchen aus dem Blickfeld und der Reichweite des wütenden Bruders. 
Der ärgerte aus Trotz seine Eltern, indem er weitere heidnische Frauen nahm. 

Was mich verwundert

Damals war der Segen des Vaters vor dem Tod ein hohes Gut. Offenbar hatte der Sterbende auch eine prophetische Sicht. Bei uns wird oft abseits der Familie gestorben. Wenn, dann sind viele schlecht vorbereitet. Viele Angehörige sind froh, wenn sie von Dritten erfahren, dass es vorbei ist.
Den Segen bekam in der Regel der Erstgeborene. Doch Esau war das Erstgeburtsrecht nichts wert. Man kann nicht sagen, dass es folgerichtig war, dass Jakob an seiner Stelle gesegnet wurde. Doch auch er hatte nicht die Initiative. Die Mutterliebe zu Jakob sollte das weitere Schicksal Israels bestimmen. Er hat nur dazu beigetragen, indem er auf die verwegenen Ratschläge seiner Mutter hörte.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Kursänderung Richtung Ziel - 5. Mose 2

Paraschah Dewarim Kapitel 2 Bibeltext: 5. Mose 2 Der Weg ist nicht das Ziel! In 40 Jahren kann man schonmal vergessen, dass der weg auf dem ...