Mittwoch, 21. Juli 2021

Der Schafhandel und ein geklautes Herz -1. Mose 31

Paraschah Wajeze Kapitel 31

Haran: Die Karawane bricht heimlich auf

Die letzten Jahre Jakobs bei Laban waren von gegenseitigen Betrügereien überschattet. Jakob nutzte die Gelegenheit von ein paar weiteren Jahren in Labans Diensten, um ein eigenes Vermögen aufzubauen. Laban versuchte Jakob um den Lohn zu bringen. Uns so legten sich Schatten auf die einst gute Beziehung. 
In diese Situation erging der Ruf Gottes zurückzukehren.
Die Information der Familien über die bevorstehende Reise erfolgte auf freiem Feld. Man hatte also nicht vor, sich groß zu verabschieden. Und es sollte niemand erfahren. Seine Frauen sind auch dafür. Hier äußerten sie zum ersten Mal, dass sie sich als Ware behandelt fühlten, deren Kaufpreis verschwendet wurde.
Nach dem Beschluss zur Flucht kam es nicht mehr auf ein gutes Verhältnis zu Laban an. Rahel stahl die väterlichen Wunschlarven. Jakob verscherzte sich durch den heimlichen Abgang endgültig Labans Zuneigung. Martin Buber schrieb: Er stahl sein Herz.

Die nun folgende Auseinandersetzung wurde durch Gottes direktes Eingreifen entschärft. Es kommt zu einer Aussprache und zu einer Hausdurchsuchung, denn es war klar, dass jemand aus Jakobs Karawane die Götter gestohlen hatte. Jakob wusste sicher nicht, dass es seine Lieblingsfrau war. 
Nach Abschluss der Durchsuchung kam es zu einem Friedensvertrag. Man ging getrennter Wege und stellte durch eine Grenze sicher, dass man sich nicht mehr in die Quere kam. 
Jakob war jetzt frei. Aber die Altlasten in der eigenen Familie waren noch nicht entsorgt. 

Toxische Beziehungen

Es gibt Beziehungen, die auch wenn sie die eigene Familie betreffen toxisch sein können. Eine Seite wird von der anderen in Schach gehalten. Man kann sich nicht ohne Weiteres und vor allem nicht ohne große Probleme zu bekommen daraus befreien.
Im Fall Jakobs ging es durch die direkte Intervention Gottes, die auch Laban verstanden - und der er nichts entgegenzusetzen - hatte gut. Praktisch geht es oft schief. Trotz Aussprache und Friedensvertrag blieben im Fall Jakobs ein abgrundtiefes Misstrauen und eine scharfe Trennung stehen. Die geklauten Götter waren zusätzlicher Sprengstoff unter der Haube.


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