Montag, 19. Juli 2021

Geburtenwettstreit unter Schwestern - 1. Mose 30


Paraschah Wajeze Kapitel 30

Haran: Streit um die Liebe Jakobs

Die Jahre vergingen. Jakobs Lieblingsfrau Rahel war unfruchtbar. Das war seinerzeit eine wirkliche Katastrophe. Und auch Gott mischte sich ein. Zunächst, um den Status der ungerecht behandelten Lea zu verbessern. Indem er Lea schwanger werden ließ. Dadurch machte er klar, dass im ihr Leiden nicht egal war. Er wollte, dass Jakob ihr in Liebe und Achtung begegnete. Doch da half wohl auch der Kindersegen nicht. Jakob sah nicht hin, oder wollte es nicht sehen, dass er weiterhin schief gewickelt war. 
Dann ging es weiter, wie beim Urgroßvater. Rahels Magd kam ins Spiel. Sie gebar Kinder, die rechtlich Rahel gehörten und die Rahel auch als Ihre Kinder ansah. 
Als es bei Lea nach dem vierten Kind nicht weiterging, musste auch hier die Magd ran.  
Dem Patriarchen mag das Spaß gemacht haben. Für die Frauen war es aber psychisch äußerst anstrengend. 
Gleichzeitig gab es nur eine wirklich Geliebte. 
Daran änderten auch sechs Söhne der Schwester nichts. 

Als Gott Rahels Gebet um eigene Kinder erhörte und Josef geboren wurde, wurde Jakob offenbar erwachsen und wollte seinen Haushalt auf eigene Füße stellen. Er bat bei Laban um seine Entlassung aus dem Dienst.

Mein Körper gehört mir!

Dieser Satz kommt einem bei dieser Geschichte unweigerlich als Antithese in den Sinn. Ganz im Gegensatz zu den Forderungen der heutigen Frauenbewegung, wurde über alle Frauen in dieser Geschichte von anderen bestimmt.  Zunächst vom Vater über die Töchter, dann von den Töchtern über ihre Mägde. Offenbar hatten Sie eine Art Leibeigenenstatus. 

Während es bei den Schwestern klar um die Gunst Jakobs ging, den offenbar beide mochten, erfahren wir nicht, wie Bilha und Silpa sich gefühlt haben. Ihnen gehörten die Kinder nicht einmal. 
Ich tue mich mit diesem Umgang der Männer mit den Frauen schwer. Die Bibel nimmt daran keinen Anstoß. Gott findet es nicht o.k. Aber an Leas Situation ändert sich nichts Grundlegendes. 

Wenn wir verblendet sind, dann können uns offenbar nicht einmal Gottes Winke mit dem Zaunpfahl erreichen. 




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