Samstag, 17. Juli 2021

Liebe macht blind und einen betrogenen Betrüger - 1. Mose 29

Schafherde in Syrien - Freeimages.com - https://www.freeimages.com/photographer/aristock-49804
Paraschah Wajeze Kapitel 29
Bibeltext 1. Mose 29

Haran: Liebe auf den ersten Blick

Im Zielgebiet, der heutigen Südtürkei, angekommen traf Jakob Hirten, die einen Brunnen abdecken und nach dem Tränken der Tiere zudecken mussten. Diese Arbeit war ziemlich mühsam und so wartete man damit, bis alle Tiere vor Ort waren. 
Doch der Anblick Rachels verlieh übermenschliche Kräfte. Jakob wälzt ihretwegen den Stein alleine vom Brunnen. Auch gerührt davon, dass er direkt zur Familie seines Onkels geführt wurde. Ich habe mich gefragt, was das wohl für ein Kuss war. Heute wäre es in dieser Gegend nicht möglich, einfach eine Frau zu küssen. Auch wenn sie eine Cousine ist.
Jedenfalls überwog die Freude. Laban eilte zu Jakob und lud ihn ein zu bleiben. Er blieb erst einmal einen Monat lang. Offensichtlich hatte er in der Zeit auch für Laban gearbeitet.

Das Geschäftliche

Laban war klar, dass er Jakob nicht einfach wegschicken konnte. Deswegen mussten die Verhältnisse geregelt werden. Jakob bot von sich aus an, sieben Jahre für Rachel zu arbeiten. Das war für Laban ein gutes Geschäft. Allerdings war Laban auch klar, dass er Lea nicht so ohne Weiteres unter die Haube bringen würde. Dank der Verschleierung und der üblichen Bräuche beim Hochzeitsfest, gelingt es, Jakob die falsche Frau unterzuschieben. Heute würde so etwas Proteststürme bei Frauenrechtlerinnen hervorrufen. Ich finde es auch ziemlich seltsam, aber Jakob musste nochmal sieben Jahre ran. An eine Rückkehr war ohnehin nicht zu denken.

In der Warteschleife

Jakob musste sich auf die Warteschleife einlassen. Er war jetzt rechtmäßig mit Lea verheiratet. Laban ist derjenige, der ihm Rahel jetzt auf "Kredit" gibt. Er bekommt sie gleich und musste dann erst für sie arbeiten. 
Lea war offensichtlich auch an der Liebe Jakobs interessiert. Sie sehnte sich nichts mehr, als von ihm in ähnlicher Weise geliebt zu werden, wie Rahel. Aber Jakob ignorierte sie. Selbst dann noch, als Gott einen Wink mit dem Zaunpfahl, durch den bei Lea einsetzenden Kindersegen gab. 

Worauf kann dieser Text mich, als Leser von heute hinweisen?

Es gibt Situationen, da bin ich völlig blind. Blind für die Realität und für die üblichen Abläufe. Ich habe das falsche Ziel vor Augen und renne geradewegs darauf zu. Selbst wenn zwangsweise Korrekturen erfolgen und andere vielleicht schon verdeckt oder offen darüber reden und Hinweise geben, bin ich vielleicht noch stur auf dem Holzweg. Mir fallen ein paar solche Situationen ein. Dabei sind schlussendlich auch Menschen auf der Strecke geblieben, die sich meine Aufmerksamkeit oder Zuneigung sehnlich wünschten. Ich habe sie durch meinen Tunnelblick ignoriert und tief verletzt. Wenn es also eine Weisung gibt, dann sicher die, mit offeneren Augen und mehr Feingefühl durch die Welt zu gehen. 
Besonders betroffen macht, dass Jakob auch den Hinweis Gottes und sein Mitleid mit Lea ignorierte. 

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