Donnerstag, 1. Juli 2021

Wahn oder Realität? Gehorsam oder gemeingefährlich krank? - 1. Mose 22

Abraham schlachtet Issaak beinahe

Berg Moria: Eine lebensgefährliche Prüfung

Abraham hatte eine gewisse Übung darin, auf Gott zu hören. War doch der Auszug aus Haran schon ein tollkühnes Unterfangen, aber jetzt sollte es noch besser kommen. 
Nachdem er auf Drängen seiner Frau mit dem Einverständnis Gottes seinen Sohn Ismael zusammen mit Hagar in der Wüste ausgesetzt hatte, hörte er jetzt, dass er seinen verbliebenen Sohn Isaak opfern solle. Ich finde das eine unglaubliche Geschichte. Und mancher Psychiater würde aus guten Gründen eine Klinikeinweisung des Mannes anordnen. Denn es steht das Leben Dritter auf dem Spiel.

Keine Rückfragen - Kein Aufschub

Der Text berichtet, dass Abraham sich gleich am nächsten Morgen auf die Reise begab. Es war ein ganzes Stück von Beer-Scheba bis zum Berg Moria, auf dem heute Jerusalem erbaut ist. Er fragte nicht bei Gott zurück. Er prüfte nicht, ob er sich verhört hatte. Er war sich sicher, was er zu tun hatte. 

Dem Opfer, also seinem Sohn, fiel auf, dass sie kein Opfertier bei sich hatten. Dass sein Vater öfter mal opferte war er gewohnt. Wohl auch, dass er seltsame Wege ging. Aber ein Opfer ohne Opfertier, das war seltsam. Außerdem war sein Vater sehr schweigsam. Er erklärte nichts. Nur- auf Rückfrage -, dass er erwartete, dass Gott ein Opfertier bereitstellen werde. 
Auf dem Altar wird Isaak klar, wer das Opfer sein sollte. Kurz bevor sein Leben zu Ende gewesen wäre wird die Hand des Vaters aufgehalten. Er war gerettet. Hatte aber einen Schock fürs Leben - und ich glaube, er machte auch keine Reise mehr mit seinem Vater.

Richtig gelegen

Abraham hatte sich nicht verhört und auch sein Vertrauen darauf, dass Gott ein Opfer stellen werde wurde erfüllt. Wenn auch erst in letzter Sekunde. Bis heute ist diese Geschichte für viele Menschen das Beispiel für Gottvertrauen schlechthin. Die Szene wird von moslemischen Menschen jährlich nachvollzogen, indem ein Lamm geschlachtet wird. 

Gott vertrauen wie Abraham

Wer würde Gott nicht gerne auch so vertrauen wie Abraham. Aber in dem Moment wo man was hört kommen die Fragen: Ist das echt? Habe ich mich nicht doch verhört? Und der Aufstand: Das kann Gott doch nicht verlangen! Das ist doch verrückt!
Abraham vertraute. Und er schob die unangenehme Prüfung nicht vor sich her, sondern wollte es so schnell wie möglich hinter sich bringen. Abraham ist ein Vorbild. Klar. Aber er lebte die Beziehung. Das gab ihm die Sicherheit beim Gehen. In dem Maß, wie meine Beziehung sich verbessert, kann ich erwarten, dass ich Gottes Wort auch vom Wahn unterscheiden kann. Und dass ich sichere Schritte auf seinen Wegen gehe, auch wenn es noch so verrückt scheint. Na denn - los!

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