Montag, 16. August 2021

Der Knoten ist geplatzt, Jakobs Familie kommt wieder zusammen - 1. Mose 45

Bild von Wikimedia. Lizenz: gemeinfrei

Die Tora: Parascha WalJigasch Kapitel 45
Bibeltext 1. Mose 45

Die Offenbarung

Jetzt offenbarte sich Josef als "göttlicher Retter" für Jakobs Familie. Er verlor die Fassung und das Wiedersehen wurde ein emotionales Tränenbad. Gleichzeitig ordnete er den Umzug der Sippe nach Goschen an. Josef wollte der Retter und Versorger der Familie sein. Seinen Verkauf und seine Versklavung sah er jetzt in einem größeren Zusammenhang des Heilshandelns Gottes. Vielleicht machte er sich ein bisschen zu groß. Es war kein Versöhnungsgespräch sondern eher die Erzeigung seiner Gnade, dass er nicht an seinem berechtigten Zorn festhalten wollte. Aus der bösen Tat sollte nichts weiteres Böses erwachsen.

Die Einladung des Pharao

Der Pharao machte die Einladung an die Sippe Jakobs offiziell. Die Bibel betont, dass er sich dafür beraten hat, also nicht im Alleingang handelte. Die Ausrüstung der Expedition war aber äußerst großzügig. Ein großer Treck kehrte mit den Brüdern nach Kanaan zurück. Wichtig die Aufforderung an die Brüder für den Weg: "Erregt Euch nicht unterwegs!" Josef wusste, was das für Charakterköpfe waren und wie leicht sie sich in die Wolle bekamen. Aber es schien gut gegangen zu sein. Man kam Wohlbehalten bei Jakob an.
Jakob war zunächst misstrauisch. Sicher hat er die übersandten "Beweise" eingehend geprüft und sich die Geschichte von jedem einzeln erzählen lassen, um ihr auf den Grund zu gehen. Aber die Nachricht, dass Josef lebte führte dazu, dass er dieses Misstrauen überwinden konnte und keine Zeit verlieren wollte, sich auf den Weg zu machen. Im hohen Alter wartete noch einmal ein Neuanfang.

Halb zog er sie, halb sanken sie hin

Es war klar, dass es für Jakob in Kanaan wesentlich schwieriger gewesen wäre, zu überleben, als in Ägypten. Wahrscheinlich wären auch viel mehr Tiere verendet. Aber Josef trat hier nicht als gleichwertiges Familienmitglied in den Ring, sondern als der Gönner, der für alle anderen sorgte. Der Familie blieb jedoch keine Wahl. Man musste das Angebot annehmen.
Die Chancen überwogen das Risiko. 
Manchmal zwingt uns Gott einen Weg auf. Man geht ihn nicht unbedingt freiwillig, aber in der aktuellen Situation ist es manchmal für alle Seiten das Beste.
Jakob freute sich darauf, den Sohn seiner Lieblingsfrau wiederzusehen. Und das in so guter Stellung. Das gab nochmal neue Lebenskraft.


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