Freitag, 3. September 2021

Totschlag aus Mitleid und interne Streitereien - 2. Mose 2

Die Auffindung des Mose (C) Lawrence Alma-Tadema, Public domain, via Wikimedia Commons
Parascha Schemot Kapitel 2

Eine wundersame Rettung

Es war nicht einfach, einen hebräischen Jungen in der mittlerweile feindseligen Umgebung in Ägypten über die ersten Lebensmonate zu bringen. Aus Verzweiflung wurde das Baby ausgesetzt. Allerdings nicht ganz unbeaufsichtigt.
Zufällig entdeckte es die Tochter des Pharao und bekam Mitleid. Natürlich konnte sie das Baby nicht selbst säugen. Da traf es sich, dass ein Kind jemanden wusste, der dies übernehmen konnte. Moses Mutter. Sie würde ihr Kind noch eine Zeitlang prägen können, bevor es an den Hof kommen würde.

Übermotivierter Einsatz für das eigene Volk

Mose wusste, dass er kein Ägypter, sondern ein Hebräer war. Die Adoptivmutter hatte dies offenbar nie verheimlicht. Zum ersten Mal nahm er wahr, wie sein Volk unterdrückt wurde. Da kam die Wut hoch und er schlug stellvertretend zurück.
Am Tag darauf kam eine gewisse Ernüchterung auf. Er musste erkennen, dass seinesgleichen untereinander nicht besser behandelten, als die Ägypter. Zudem wurde ihm klar, dass man von seinem Totschlag wusste. 
Da blieb nur die Flucht - oder der Galgen.
Die Pharaonentochter muss eine Frau mit gewissen Freiheiten gewesen sein, denn sie setzte sich über die väterliche Anordnung hinweg und zog ein todgeweihtes Baby sogar groß. Sicher genoss Mose auch eine gute ägyptische Ausbildung. Das wäre zuhause so sicher nicht möglich gewesen. 

Neuanfang in der Fremde

Dem Flüchtling gelang ein Neuanfang. Midjan lag möglicherweise im heutigen Iran. Ganz ähnlich wie Jakob fing es mit dem Tränken der Tiere und der Verteidigung von Frauen an. 
Er konnte eine Familie gründen und erfuhr vom Schwiegervater sicher auch einiges über das priesterliche Leben. Der Schwiegervater sollte ein wichtiger Ratgeber werden. Dass er völlig problemlos eine Frau bekommt mutet für heutige Verhältnisse seltsam an. Der Name seines Kindes zeigte an, dass er nicht ewig bleiben wollte. Auch wenn er gut aufgenommen wurde.

Während der als Prinz ausgebildete Mose in der Fremde das Hirtenhandwerk lernt, "erkennt" Gott sein Volk und hört sein Schreien.

Was sagt es mir?

Ich fand diese Geschichte schon immer etwas seltsam. Warum brachte Mose den Ägypter um? Hätte er es mit dem Hebräer tatsächlich auch gemacht?
Wut ist normalerweise kein guter Ratgeber. Auch hier verkomplizierte sie den Lebensweg des Mose. 
Das "Erkennen" Gottes drückt etwas sehr tiefes in einer Beziehung aus. Es ist größte Liebe. In dem Fall sicher auch gepaart mit Mitleid. Es dauerte, bis die Reaktion kam. 
Gebete werden aber doch gehört. Und wenn sie Gott erreicht haben, dann wird eine Wende eingeleitet. Ich bin schon gespannt, wie es weitergeht.





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