Mittwoch, 5. Januar 2022

Total verirrt und undankbar - 2. Mose 32

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Paraschah Ki Tissa Kapitel 32
Bibeltext: 2. Mose 32

Mose war ein bisschen zu lange weg

Das lange Warten und die dummen Gedanken. Weil Mose so lange in der Gegenwart Gottes blieb, ging dem Volk offenbar der Bezug zu Gott verloren. Man wandte sich an den obersten Priester, der dafür zuständig war, die Gottesbeziehung zu pflegen. 
Mir ist nicht ganz klar, ob die Stifthütte zu dem Zeitpunkt schon stand. Aber wahrscheinlich eher nicht, sonst wäre der Kult ja klarer geregelt gewesen. Jedenfalls sollte Aaron jetzt was sicht- und Anbetbares liefern. Und er erschafft einen Gott. In den zehn Geboten, die dem Volk wohl schon bekannt waren sagt Gott: "Ich bin der Herr dein Gott, der dich aus Ägyptenland geführt hat. ..."  Aaron sagt: Das ist deine Götter, die dich aus Ägypten geführt haben. Die Formulierung ist fast gleich, wie im Gebot.
Also ich bin echt erschrocken, wie das möglich war. Vielleicht sah das Kalb ja so ähnlich aus, wie das im Bild gezeigte. 
Die Weihung des Götzenbildes führte jedenfalls zu einer zügellosen Sause mit allen denkbaren Exzessen. Das Volk wurde zu seiner eigenen Karikatur. Eine Holz/Gold Statue sollte Wunder für sie vollbracht haben und dazu warf man sich davor noch nieder. Das war lächerlich. Die Feinde, die das wandernde Volk genau beobachteten, hielten sich vor Schadenfreude die Bäuche. Vor so einem lächerlichen Gott brauchte man keine Angst zu haben.

Einer, der nicht aufgibt

Besonders beachtlich finde ich, wie Mose reagiert. Gleich als er die Nachricht erhält, setzt er sich für das Volk ein. Er hält Gott vor, dass er sich gegenüber seinen Feinden lächerlich machen würde, wenn er das Volk jetzt plattmacht. Trotz der Amnestie, die er erwirkt hat sind Schreck und Wut bei Mose so groß, dass er die Vom Heiligen Israels geschriebenen Tafeln zertrümmert. Das war dann sicher auch keine so gute Idee. 

Tod und Verderben

Der Verrat an Gott hat aber trotzdem Folgen. Es kommt zu einem grausamen Massaker an den Anbetern der Stierfigur. Sünde hat Tod und Verderben zur Folge. Was mich wundert ist, dass Aaron selbst nicht zur Rechenschaft gezogen wurde. Auch sein Bericht war nicht ganz ehrlich. Trotzdem wird das Volk für die Verführung Aarons bestraft. 

Bericht, Abbitte und Neubeauftragung

Noch einmal geht Mose auf den Berg. Er muss auch die von ihm mutwillig zerstörten Tafeln ersetzen lassen. Der Zorn Gottes scheint erst einmal besänftigt. Mose wird ausgesandt seinen Auftrag zu Ende zu bringen. 

Was hat es mir zu sagen?

Ich finde mich ja oft an der Stelle des widerspenstigen Volkes wieder. Und ich kenne Situationen in meinem Leben, die durchaus vergleichbar sind. Da habe ich mit Gott die größten Wunder erlebt, seine Gegenwart gespürt, aber im nächsten Moment ist er scheinbar so fern und so weit weg, dass ich in die alten Muster zurückfalle und den nichtigen Götzen der Vergangenheit diene. 
Ich glaube, in so einem Moment halten sich auch meine Feinde vor Lachen die Bäuche. Wie geht so etwas? Wieso vergesse ich so schnell den Segen und wieso liege ich so lange und gerne im Sumpf?

Ja, ich brauche auch so jemanden wie Mose, der dann für mich zu Gott geht und um Gnade bittet. Auch wenn ich mich immer wider weigere die Texte der jüdischen Bibel christozentrisch auszulegen, fällt mir im Moment nur ein, dass ich in Jesus diesen Fürsprecher habe. Und es scheint, dass der Vater zu ihm sagt: "Geh weiter mit ihm. Bringe ihn an das Ziel, das ich bestimmt habe."








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