Samstag, 12. Februar 2022

Der Versöhnungstag - 3. Mose 16

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Nichts und niemand irdisches bleibt auf Dauer heilig und rein

Gott hatte zahlreiche Vorschriften für den Opferdienst an der Stifthütte erlassen. Eigenmächtiges Handeln zweier Söhne Aarons kostete sie das Leben. Dennoch sollte der Dienst am Heiligtum nicht aufhören.
Gott erklärt noch einmal, wie Aaron ihm in der Stiftshütte begegnen soll. Und das beginnt damit, dass er zuerst für seine eigene Schuld opfert und sie bekennt. Erst danach geht es um die Sünden des Volkes.
Die Schuld wird vor Gott durch das Blut der Opfertiere bedeckt. Sie sterben stellvertretend für den, der die Sünde begangen hat. Indem das Blut vor Gott verspritzt und an der Einrichtung des Heiligtums verteilt wird, wird die Sünde des obersten Priesters vor Gott bedeckt und er und die Lage versetzt, für die Vergebung für das Volk zu sorgen.
Die Sünde, die symbolisch einem Tier aufgeladen wird, dass dann damit das Lager verlässt, ermöglicht Gott die Gemeinschaft mit seinem Volk. 

Was kann ich mitnehmen?

Beim Lesen des Textes hatte ich ganz stark den Gedanken an unsere Kirche und die aktuellen Skandale. Bei uns evangelischen ist das mit der Buße ohnehin etwas unterentwickelt. In der katholischen Kirche ritualisiert. Dazu kommt bei den katholischen Geschwistern noch das Unfehlbarkeitsdogma. 
Wenn ich davon ausgehe, dass vor Gott weiter gilt, dass die Sünde bedeckt sein muss, bevor Gemeinschaft mit ihm entsteht, dann wäre es hilfreich, wenn die Kirchenleitung sich, wie am Versöhnungstag der oberste Priester vor Gott öffentlich demütigt und ihre Sünde bekennt. 
Das Opfer ist durch Jesus zwar ein für allemal erbracht, aber er hat gleichzeitig auch das Abendmahl eingesetzt, damit eine regelmäßige Reinigung stattfinden kann und die Beziehung zu Gott lebendig bleibt.

Jeder ist für sein Versagen vor Gott verantwortlich

Das andere Problem ist das: Von den Pfarrern und Kirchenobersten wird erwartet, dass sie moralischen Ansprüchen genügen, denen man selbst niemals gerecht werden kann und vielleicht auch nicht will. Umso härter fällt  das Urteil über die Leiter und ihre Organisation im Fehlerfall aus.

Das Ermutigende an dem Text ist aber doch, dass Gott hier klar sieht. Alle sind Sünder. Keiner wird Gottes Anspruch gerecht und trotzdem hat die Gemeinschaft mit seinen Menschen für ihn Prio 1. Das hat er sich sogar seinen Sohn kosten lassen. 
Gott verlangt im Gegensatz zu den Menschen keine unfehlbare Leitung seiner Kirche. Aber eine Leitung, der ihre Fehlbarkeit bewusst ist und die vor ihm und den Menschen dazu steht.











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