Freitag, 18. Februar 2022

Verantwortlich handeln und Fairness üben - 3. Mose 19

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Die Firma nicht auspressen und soziale Verantwortung übernehmen

Meine Überschrift gefällt sicher den Turbo-Kapitalisten nicht, aber nicht nur denen dürfte einiges an diesem Kapitel sauer aufstoßen. Gott fordert ein gehöriges Maß an Verantwortung und rücksichtsvollem Umgang miteinander ein. Nicht nur, aber auch im Geschäftsleben.

Ausbeutung

Einige dieser Vorschriften, z.B. die, den Acker nicht bis zum Rand auszunutzen und dort einen Streifen stehen zu lassen, der die Armen ernähren kann, aber auch, weil er etwas wilder ist, Tieren Unterschlupf bieten kann. Ein sehr modernes Konzept. 
Auch die Ernte soll nicht bis zum letzten Körnchen vom Feld geholt werden, sondern auch hier bekommen die Armen das Recht, sich das Heruntergefallene einzusammeln. An diesem Konzept finde ich den Gedanken gut, dass die Versorgung nicht automatisch gebracht wird, sondern Eigeninitiative und Arbeit erforderlich sind, um das Lebensnotwendige zu erhalten.
Die Frage, die ich mir stelle ist die: Was bedeutet das in der Industriegesellschaft. Wo ist da die "Ernte", die vom Wagen fällt, um Gutes damit zu tun?

Gleichbehandlung

Vor Gericht soll nicht nach Stand gehandelt und entschieden werden. Weder der Arme aus Mitleid einen Vorteil bekommen, noch der Reiche aus Neid benachteiligt werden. Gerade in aktuellen gesellschaftlichen Debatten könnte dies einen Maßstab liefern. Über Strukturen, die das letzte aus einem Wirtschaftsgut herauspressen und die meist depersonalisiert sind, spricht ja schon der erste Abschnitt. 

Fairness

Wenn jemand nicht mitbekommen kann, welche Information ausgetauscht wird, dann soll man darauf verzichten. Gastarbeiter sollen fair behandelt werden. Israel sich an die eigene Vergangenheit erinnern. 

Okkulte Praktiken und Prostitution

Sexueller Missbrauch von Töchtern verunreinigt nicht nur den Täter, sondern das Land und kann die Betroffene in die Prostitution treiben. Dass dies so stimmt, können wir im eigenen Land in der Gegenwart gut beobachten. 
Das Eintätowieren von Sprüchen, Totengedenken oder magischen Zeichen soll ebenso unterbleiben, wie der Götzendienst. 

Was kann ich mitnehmen?

Der Gedanke, wie ich beispielsweise mit meinem verdienten Geld (Meiner Ernte) umgehe, kommt mir bei diesem Text unweigerlich in den Sinn. Anderes, wie das Tätowierverbot erstaunt mich eher. Wahrscheinlich hatten die Tätowierungen seinerzeit vor allem magische Bedeutung. Was bei manchen, die heute angebracht werden sicher auch zutrifft.
Gott nimmt die Behinderten, Armen und Fremden in Schutz, gesteht ihnen aber keine Sonderrechte zu. Mitleid ist ein schlechter Ratgeber. 
In einem säkularen Staat, der sich in die Praktiken der Wirtschaft nicht einmischen will und gleichzeitig die Schwachen übermäßig gängelt, kann man mit diesem Kapitel kaum Freunde gewinnen. Und weil Gottes Wort nicht gilt, bleibt der Staat den abartigen Praktiken der Wirtschaft und beispielsweise der Pornoindustrie gegenüber wehrlos. Falls doch mal etwas passiert ist es dann handwerklich oft so schlecht gemacht, dass die Betroffenen noch stärker leiden müssen.




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